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Als Schadnager werden Nagetiere bezeichnet, die im Gartenbau, in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung als Schädlinge gelten. Darüber hinaus können sie aber auch schwere Schäden an Einrichtungsgegenständen und sogar elektrischen Leitungen verursachen.

Das wohl größte Risiko stellen sie allerdings für die Gesundheit dar, denn sie sind potenzielle Träger von Keimen sowie viralen und bakteriellen Krankheitserregern, die vor allem in ihrem Urin und ihrem Kot in großer Zahl auftreten. Die wichtigsten Schadnager in Deutschland sind Haus- und Wanderratten sowie Haus- und Wühlmäuse.

Was sind die Eigenschaften von Schadnagern?

Ein besonders charakteristisches Merkmal der Schadnager sind ihre namensgebenden Nagezähne. Davon befinden sich jeweils zwei im Ober- und im Unterkiefer. Diese Zähne wachsen ohne Unterbrechung und unkontrolliert. Deshalb müssen die Tiere sie regelmäßig benutzen und für Abrieb sorgen, damit sie nicht zu lang und in der Folge lebensbedrohlich werden.

Schadnager besetzen je nach Art unterschiedliche Lebensräume und kommen im Wasser, am oder im Boden sowie auf Bäumen vor. Dementsprechend sind sie in der Lage zu schwimmen, zu laufen, zu springen und zu klettern. Manche der Tiere sind tagaktiv, andere wiederum treiben ihr „Unwesen“ ausschließlich bei Nacht. Allen gemeinsam ist, dass sie untereinander ein ausgeprägtes Sozialverhalten zeigen und in kleinen Gemeinschaften bis hin zu großen Kolonien leben. Zum Leidwesen des Menschen können sie sich mit geradezu rasender Geschwindigkeit fortpflanzen, weshalb selbst ein kleiner Befall Anlass zur Sorge gibt.

Die meisten Schadnager ernähren sich von Pflanzen bzw. Pflanzenteilen. Das können Nüsse, Samen, Wurzeln, Blätter, Früchte und Knollen sein. Manche Arten sind jedoch Allesfresser und haben Insekten oder andere tierische Produkte wie Eier und Aas auf ihrem Speiseplan stehen.

Schadnager erkennen – diese Arten kommen in Deutschland vor

Wie bereits erwähnt, sind die häufigsten schädlichen Nagetiere in Deutschland die Hausmaus, die Hausratte, die Wanderratte und die Wühlmaus. Um einen Befall mit einer dieser Arten zu erkennen, kann man sich an bestimmten Spuren orientieren, die die Nager hinterlassen. Dazu gehören Kot, angefressene Lebensmittelpackungen, Fetzen von Papier, Pappe und Dämmmaterialien sowie Bissspuren an Holz, Einrichtungsgegenständen und Elektrokabeln.

Manchmal deuten auch nächtliche Kratzgeräusche darauf hin, dass sich Schadnager niedergelassen haben. Für eine exakte Identifizierung der jeweiligen Art ist jedoch spezielles Wissen erforderlich, wie es ein professioneller Schädlingsbekämpfer mitbringt.

Hausmaus

Der Körper der Hausmaus (Mus Musculus) wird etwa 7 cm bis 9,5 cm groß, der Schwanz weist noch einmal die gleiche Länge auf. Ihr Gewicht beträgt 12 g bis 30 g. Das Fell rangiert von dunkelgrau bis braungrau. Hausmäuse sind sehr anpassungsfähig und können gut klettern. Die Nester der Allesfresser finden sich meist in der Nähe von Nahrungsmitteln.

Hausratte

Hausratte in einem Dachboden

Rattus rattus, wie die Hausratte wissenschaftlich heißt, erreicht eine Größe von 16 cm bis 24 cm. Der Schwanz ist etwas länger als Körper und Kopf zusammengenommen. Die Gewichtsspanne liegt zwischen 150 g und 200 g. Verglichen mit der Wanderratte hat sie eine spitze Schnauze, lange Ohren sowie einen schlanken Körperbau. Das Farbspektrum reicht von grauschwarz bis braungrau. Gänge gräbt sie nur in Ausnahmefällen, dafür ist sie sehr agil und kletterfreudig. Man findet sie häufig noch in Häfen oder in deren Nähe, allerdings ist ihre Zahl in Deutschland rückläufig. Ratten sind auch indirekt als Überträger der Pest bekannt, da in ihrem Fell infizierte Flöhe leben und auf den Menschen überspringen können.

Wanderratte

Die Wanderratte (Rattus norvegicus) unterscheidet sich in einigen Merkmalen von der Hausratte. Die Gesamtlänge kann bis zu 40 cm betragen, der dicke Schwanz ist kürzer als der Körper. An Gewicht bringt sie rund 350 g bis 500 g auf die Waage. Das Fell der Allesfresser ist braungrau. Wanderratten sind gute Kletterer und Schwimmer und leben in der freien Natur in selbst gegrabenen Gängen. In menschlichen Siedlungsgebieten hausen sie gerne in der Kanalisation, auf Mülldeponien, in Kellern und Lagerhäusern, häufig in Wassernähe.

Wühlmaus

Wühlmäuse stellen eine große Familie mit mehr als 150 Arten dar. Als Schadnager treten in Deutschland vor allem die Feldmaus, die Rötelmaus, die Waldmaus und die Wiesenwühlmaus auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Pflanzenteilen und nagen die Rinde von Obstbäumen an. Wenn sie sich in Gärten niederlassen, bilden sie dort weitläufige Tunnelsysteme, von wo aus sie die Wurzeln der Pflanzen anfressen und diese so zum Absterben bringen. Dadurch können sie große Schäden anrichten.

Wanderratte am Rande eines Gartens

Ratte und Maus – Was ist der Unterschied?

Grob betrachtet ähneln sich Ratte und Maus. Der Unterschied wird aber bereits bei den Größenverhältnissen der erwachsenen Tiere überdeutlich. Zudem kann man eine ausgewachsene Maus an Hand der großen Ohren und des längeren Schwanzes von einer jungen Ratte abgrenzen. Pfoten und Köpfe von Ratten sind in Relation zu Mäusekörpern ebenfalls viel größer.

Was sind die wichtigsten Schäden durch Ratten und Mäuse?

Fast alle Menschen haben eine mehr oder weniger starke Abneigung gegen Ratten und Mäuse, ähnlich wie gegen Spinnen oder Schlangen. Der Anblick der Schadnager, vor allem, wenn sie in Massen auftreten, erzeugt Angst und Unbehaglichkeit. Allerdings führt diese Abneigung nicht zu wirklichen Schäden. Gefährlich und schädlich sind die Tiere in Bezug auf die Wirtschaft, die menschliche Gesundheit und auf Materialien.

Wirtschaftliche Schäden

Schadnager sind in der Lage, enorme wirtschaftliche Schäden hervorzurufen, vor allem wenn sie in Massen auftreten. Zum einen sorgen sie für ein negatives Image in der Öffentlichkeit, zum anderen verursachen sie durch Produktions- und Warenausfälle jedes Jahr Verluste in Millionenhöhe. Extrem kann es für Unternehmen werden, wenn sie wegen eines Befalls mit Ratten und Mäusen Gesundheits- und andere Inspektionen nicht bestehen. Dadurch brechen unter Umständen existenziell wichtige Großaufträge weg und führen zu einem wirtschaftlichen Ruin. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen aus der Gastronomie und Lebensmittelbranche sind gefährdet, da Schadnager fast automatisch mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht werden.

Gesundheitliche Schäden

Schadnager schleppen eine Vielzahl von Keimen, Bakterien und Viren mit sich herum, die dann indirekt über Parasiten wie Flöhe, Läuse, Milben und Zecken oder durch einen Biss auf den Menschen übertragen werden können. Die Krankheitserreger gelangen aber auch über Schmutz und Dreck sowie über Kot und Urin der Schadnager in den menschlichen Organismus.

Materialschäden

Es gibt nicht viele Materialien, die den Zähnen der Tiere widerstehen. Schäden zeigen sich häufig an:
  • Elektroinstallationen und -kabeln
  • Isolierungen und Dämmstoffen
  • Absackungen von Gebäuden, Brücken und befestigten Flächen aufgrund von Wühltätigkeiten
  • Textilien, Einrichtungsgegenständen und Verpackungen
  • Rohstoffen
  • Lebens- und Futtermittelvorräten (nicht nur durch Fraß, sondern auch durch Verunreinigungen mit Fäkalien)

Vorbeugungsmaßnahmen gegen Schadnager

Allzu viel lässt sich vorbeugend gegen Ratten und Mäuse nicht tun. Potenzielle Nahrungsquellen für die Tiere sollten in Küchen und Lagerräumen, in Gartenhäusern und anderen Außenbereichen sicher verschlossen und in möglichst festen Behältnissen untergebracht werden. Auch Mülltonnen sind stets gut zu schließen, damit sie keine Schadnager anlocken.

Was hilft nachhaltig und langfristig gegen Schadnager?

Hausmittel wie Rattengift oder Mausefallen können allenfalls einzelne Individuen unter den Schadnagern vernichten. Für eine nachhaltige Bekämpfung sollte ein professioneller Betrieb herangezogen werden, der die jeweilige Art exakt identifizieren kann und deren Lebensgewohnheiten bestens kennt. Die Experten verfügen über wirksame und gleichzeitig schonende Methoden mit adäquaten Bekämpfungsmitteln, um der Plage langfristig Herr zu werden.

Falls Sie in Stuttgart und der umliegenden Region betroffen sind, sollten Sie unverzüglich Kontakt mit unseren Experten der Mäuse- und Rattenbekämpfung in Stuttgart aufnehmen. Bei den rasanten Fortpflanzungszyklen der Schadnager zählt jeder einzelne Tag.